Der Wunsch nach Freiheit und Abenteuer und vielleicht auch die Liebe zur Outdoor-Fotografie brachte den Kölner Fotografen Johannes Hoehn (Pangea Productions) und seinen fotografierenden Kumpel Johannes Becker nach Kanada. Genau, während wir am Schreibtisch von Abenteuern träumten, stiegen die Namensvetter einfach in einen Flieger und roadtrippten durch den nordamerikanischen Staat. Die Bilder, die die beiden mitgebracht haben, unterstreichen auf beeindruckende Art und Weise, die unfassbare Weite und natürliche Schönheit dieses doch immer recht kalten Landes. Neben den begeisternden Bildern der beiden Jungs, gibt es jetzt auch noch ein kleines Q&A:

Wieso eigentlich ausgerechnet Kanada?
Ich denke Kanada steht bei so ziemlich jedem Outdoor-Fotografen ganz oben auf der Reiseliste. Die blauen Seen, die langen Straßen und die einzigartigen Berg- und Waldlandschaften hatten auch uns schon seit langer Zeit fest in ihren Bann gezogen. Anfang des Jahres kam der kanadische Tourismus-Verband auf uns zu und fragte uns, ob wir nicht Lust hätten die Provinz Alberta zu bereisen, um eine Foto-Produktion und Instagram-Kampagne für sie zu realisieren. Wir waren natürlich sofort extrem begeistert, sagten zu und so nahm alles seinen Lauf, sodass wir Mitte des Jahres tatsächlich unseren Trip in die Rocky Mountains Kanadas antreten konnten.

Habt ihr auch Schuhfotos gemacht?

Ich hatte tatsächlich eine spezielle Idee im Kopf, wobei ich einen Nike Outdoor-Sneaker (Nike Sock Racer) im berühmten, blau gefärbten „Moraine Lake“ unter Wasser ablichten wollte. Zusätzlich dazu haben wir natürlich versucht, während unserem Helikopter-Flug den obligatorischen „POV“-Sneakershot zu machen. Ansonsten gab es aber keine weiteren Schuh-Fotos auf dem Trip… 😉

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Wo geht soll es als nächstes hingehen und wann?

Wir sind eigentlich ständig auf der Suche nach neuen Destinationen und befinden uns durchgehend in Planungsphasen, haha. Seit Kanada waren wir innerhalb Europas unterwegs, zum Beispiel auf den Färöer Inseln und natürlich vor der eigenen Haustür, sprich den deutschen Mittelgebirgen a la Eifel, Harz oder dem Allgäu. Als nächstes steht aktuell ein Trip in die Schweiz an. Dort treffen wir befreundete Fotografen und werden unter anderem unser Kayak in einem unterirdischen See zum Einsatz bringen. Ich bin mega gespannt wie das wird!

Was sind die German Roamers?

Die German Roamers sind ein Zusammenschluss aus aktuell 14 deutschen Outdoor-Fotografen bzw. Instagramern. Ich habe die Gruppe Anfang des Jahres ins Leben gerufen, da ich es für wichtig halte, dem neuen Schwung, den es aktuell insbesondere auf Instagram in der Landschaftsfotografie gibt, eine Platform und Community zu bieten. Es geht dabei darum, dass wir auf dem Account die aktuellen Arbeiten unserer Mitglieder aus allen Teilen Deutschlands präsentieren. Unser Ziel ist es, andere dazu zu motivieren rauszugehen und die Schönheit der deutschen Natur zu entdecken und in großartigen Bildern festzuhalten. Zusätzlich versuchen wir eben solche Projekte wie die Kanada Reise zu realisieren, also fremde Länder und Regionen zu bereisen und sie auf unsere Art und Weise abzulichten. Regelmäßig zeigen wir auch unsere favorisierten Fotos anderer Leute, die ihre Bilder auf Instagram mit unserem Hashtag #weroamgermany taggen um so ein Teil der Community der „Roamers“ zu werden. Der Austausch und die gegenseitige Inspiration untereinander ist auf jeden Fall ein wichtiger Baustein des ganzen Movements. Das Feedback bisher ist großartig und wir haben für die Zukunft einige extrem spannende Dinge geplant. Stay tuned!

Was war für Euch der geilste Moment der Reise?

Das ist wirklich schwierig zu beantworten, da für uns die gesamte Reise ein riesiger unglaublicher Eindruck gewesen ist. Für mich persönlich war es einfach umwerfend geil diese ganzen Orte mal in der Realität erleben zu dürfen. Insbesondere das Paddeln auf dem Moraine Lake war für mich ein Highlight, an das ich noch immer mit einem riesigen Lächeln zurückdenken muss. Es fühlte sich einfach nur surreal an, das wirklich zu machen. Ein weiteres unglaubliches Erlebnis war unser Helikopter Flug über den Columbia Icefields. Hierfür durften wir mit abmontierten Türen fliegen, mussten also nicht durch Scheiben fotografieren, sondern hatten direkt unter uns die höchsten Berge der Rockies und eine frische Brise ums Näschen. Diese Momente mit einem Freund zu teilen und gemeinsam erleben zu dürfen ist eigentlich die größte Freude an so einem Trip.

Gibt es auch ein Video?

Ursprünglich wollten wir auch ein Video produzieren, doch wir haben uns kurz vor Beginn der Reise dagegen entschieden. Wir waren nur zu zweit unterwegs und sahen unsere Ressourcen dafür nicht ausreichend. Im Nachhinein war es auf jeden Fall die richtige Entscheidung, wir waren beide wie verrückt am Fotografieren, da hätte keiner mehr wirklich Nerven für Videoaufnahmen gehabt.

Gibt es etwas, das ihr beim nächsten Mal anders machen würdet?

Beim nächsten Mal würde ich gerne mehr Zeit haben. Dieses mal hatten wir gerade 8 Tage in Alberta, doch so viele Orte und Ecken wie die Provinz zu bieten hat, wären Minimum 14 Tage echt super. Ansonsten würde ich alles wieder genauso machen: Zum Sonnenaufgang aufstehen, magische Momente mit Freunden erleben und den ganzen Tag lang auf Entdeckungsreise gehen und Fotos machen bis abends die Sonne wieder untergeht. Es gibt einfach nichts besseres auf der Welt.

Welchen Tipp gebt ihr all den Daheimgebliebenen, die nach Euren Bildern auch endlich losziehen wollen?

Es muss nicht immer die Ferne sein. Manchmal lohnt es sich direkt mal die heimischen Wälder anzusteuern und sich im Internet interessante Orte zu suchen. Ihr werdet überrascht sein, was es in eurer Nähe alles zu entdecken gibt! Ansonsten einfach die Augen nach guten Angeboten offen halten. Immer wieder gibt es Schnäppchen-Flüge nach Kanada, Island, oder sonst wo. Dann heißt es nicht lange fackeln sondern buchen, Koffer packen und ab geht’s!

Bei der vorletzten Frage dürft ihr über Equipment quatschen. Was hattet ihr dabei?

Wir arbeiten beide mit der Canon EOS 5D MK3. Zusätzlich hatte ich noch eine EOS 6D dabei, als Backup und Zweitkamera. Ansonsten halten wir es eher minimalistisch, um auf Wanderungen nicht zu viel Gepäck dabei zu haben und allzu unnötigen Ballast zu vermeiden. Ein kleines Reisestativ, Polfilter und ein kleines aber feines Arsenal an Linsen, viel mehr war es nicht. An Objektiven kamen Weitwinkel Zoom (16-35 2.8, 17-40 4.0), Festbrennweite (35 1.4, 24 1.4) und Tele-Zoom (70-200 4.0 IS) zum Einsatz.

Schluss machen wir mit Bullshit: Schießt los!

Besten Dank für das Interview Ben! Und an alle Leute da draußen: Geht raus, knipst euch durch die Wildnis und genießt die Zeit! Alles ist so viel besser als in der Bude oder im Büro zu versauern! Keep on roaming!

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All Images © Johannes Höhn